Sie werden sich vielleicht wundern, warum wir als eher technisch-quantitatives Haus der Intuition unsere Aufmerksamkeit widmen. Wir gehen sogar einen Schritt weiter und wagen die These, dass die Intuition der am meisten unterschätzte und missverstandene Erfolgsfaktor ist.
Intuition wird häufig gleichgesetzt mit Entscheidungen aufgrund von Emotionen. In der landläufigen Meinung ein irrationaler und minderwertiger Entscheidungsfindungsprozeß. Das ist nicht korrekt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Intuition zutiefst logisch. Sie entspringt der rechten Gehirnhälfte. Die rechte Gehirnhälfte ist wie die linke Gehirnhälfte (die wir als logische Instanz anerkennen) Teil des Neokortex. Der Neokortex gilt als Quelle der Intelligenz und ist zutiefst logisch.
Die Intuition teilt sich über Empfindungen mit, deren Logik wir nicht mit unseren gewohnten Denkstrukturen der linken Gehirnhälfte erklären können. Deshalb wird Intuition gerne als Emotion abgetan und unterschätzt.
“Wir verstehen Intuition als Summe der Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens verinnerlicht haben.”
Sie ist äußerst wertvoll, da sie schnelle Entscheidungen in komplexen Situationen ermöglicht, mit der unsere linke Gehirnhälfte überfordert wäre. Ein Fomel-Eins-Rennfahrer, der jeden Schritt während eines Rennens erst “durchdenken” muß, hat keine Chance auf eine außergewöhnliche Karriere.
Intuition muss genauso trainiert werden wie andere Methoden auch. Während man beispielsweise die Grundprinzipien der Technischen Analyse relativ schnell erlernen kann, bedarf es bei der Intuition einer jahrelangen, erfolgreichen Praxis. Die Erfahrungen und Konsequenzen daraus müssen erlebt werden. Sie muss in Fleisch und Blut übergegangen sein.
Wir sind davon überzeugt, das sich technische und fundamentale Anlagekonzepte durch Intuition in ihrer Wirksamkeit steigern lassen. Warum sollte man nicht beide Gehirnhälften nutzen, die uns Mutter Natur zur Verfügung gestellt hat? Natürlich muss wie bei jedem anderen Analyseverfahren der track record intuitiver Entscheidungen verfolgt werden, damit nicht letztendlich Emotionen fälschlicherweise als Intuition wahrgenommen werden.
Wir nutzen die Intuition im Rahmen unser technisch-fundamentalen Mehrfaktorenmodelle als wichtiges Bindeglied. Es scheint so, dass die große Mehrheit der Asset Manager die Intuition als integralen Bestandteil eines umfassenden Anlagekonzeptes unterschätzt. Sie entspricht nicht den Normen unseres von der linken Gehirnhälte dominierten Denkens. Mit großem Interesse verfolgen wir die Erforschung neuronaler Netze. Wir erhoffen uns von dieser jungen Teildisziplin der Behavioral Finance tiefergehende Erkenntnisse intuitiver Entscheidungsprozesse.